bgnm jour fixe februar 2011

von Florian

Donnerstag, 17. Februar 2011


Galerie Mario Mazzoli

Potsdamer Strasse 132 / 2. Etage (Ecke Bülowstr.)
10783 Berlin

19:00 Uhr
Neue Musik für Violine

Antje Messerschmidt, Violine
Thomas Gerwin, Live-Elektronik
 

Helmut Zapf: namenlos für Violine (2000)
Susanne Stelzenbach: dualis für Violine solo (2005)
Thomas Gerwin: SubSonusSupra für Violine und Live-Elektronik (2009)
 

20:00 Uhr
Die Leichtigkeitslüge (edition Körber-Stiftung, Hamburg 2010)
Ralf Hoyer und Arno Lücker (BGNM) im Gespräch mit Holger Noltze über dessen kontrovers diskutiertes Buch

In der Ankündigung der Körber-Stiftung heißt es zu diesem Buch:
„Klassische Musik gilt als schwierig - und damit eigentlich als unzumutbar. Medien, Kultureinrichtungen und Bildungsinstitutionen bemühen sich um einen Imagewechsel. Vermittlung tut not, darüber herrscht Einigkeit. Über die Frage, wie sie aussehen kann, auch: so einfach wie möglich. Besser, den Rezipienten nur mit leichten Musikhäppchen zu füttern, als ihn womöglich ganz zu vergraulen. Die schwungvoll vorgetragene »Champagner-Arie« gern, die »Kleine Nachtmusik« auch, »Verklärte Nacht« besser nicht. Den Hörer bloß nicht überfordern, scheint das Motto. Damit aber, argumentiert Holger Noltze, geht eine wesentliche Dimension ästhetischer Erfahrung verloren: die Komplexität. Der Umgang mit Komplexität bedeutet immer auch, dass man sich anstrengen muss. Doch Anstrengung ist unpopulär; und wo Beliebtheit, also Marktgängigkeit, zum Maß aller Dinge geworden ist, darf Schwieriges kaum noch sein. Am Beispiel der Musik diskutiert Noltze die Frage, warum die Vermittlung von Kultur so oft versagt - mit dem Furor dessen, der seinen Gegenstand liebt. Denn ohne Anstrengung wird, so seine These, der Hörer das Beste verpassen: Musik als Möglichkeit, eine Herz und Verstand befreiende Erfahrung zu machen. Dafür lohnt sich die Mühe, denn Musik und Kultur sind Geschenke - aber man bekommt sie nicht geschenkt.“

Holger Noltze, 1960 in Essen geboren, studierte Germanistik, Hispanistik und Geschichte in Bochum und Madrid. Das Studium schloss er mit einer Dissertation über den Parzival-Roman von Wolfram von Eschenbach ab. Während des Studiums begann er seine journalistische Laufbahn als Printjournalist und schrieb vor allem über Opern für Stadtmagazine und Zeitungen, sowie Reportagen für ein Magazin. Nach einem Volontariat arbeitete er ab 1990 im WDR als Redakteur und Moderator verschiedener Radio-Kulturmagazine. Von 2000-2005 war er Ressortleiter „Aktuelle Kultur“ beim Deutschlandfunk. Seit 2005 ist Holger Noltze Professor für „Musik und Medien/ Musikjournalismus“ an der Universität Dortmund.

Der Eintritt ist frei.

Eine Kooperation der Berliner Gesellschaft für Neue Musik und der Galerie Mario Mazzoli, gefördert durch die Initiative Neue Musik Berlin e. V.

Von der Ausrollung eines fliegenden Teppichs in Berlin
Artikel zum Jour Fixe am 17.02.2011 in der Galerie Mario Mazzoli
von Martin Hufner (nmz)

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